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Herbert Goldschmidt

Ehrengast

Herbert_Goldschmidt

Grußwort von Herbert Goldschmidt

„Es bewegt mich sehr, Gast meiner Vaterstadt Bremen zu sein. Und ich freue mich darauf, bei der ‚Nacht der Jugend’ am 10. November mit jungen Leuten aus Bremen über Vergangenheit und Zukunft sprechen zu können.

1926 in Bremen geboren, bin ich in der Kaiserstraße, der heutigen Bürgermeister-Smidt-Straße, aufgewachsen. Seit der Machtergreifung der Nazis war unser Leben von Schikane und Diskriminierung uberschattet. Halt fand ich in der Familie. Ich erinnere mich aber auch an einen Lehrer an der Michaelisschule, der mich gegen antisemitische Anfeindungen in Schutz nahm.
Der 9. November 1938 hat unsere Familie schwer getroffen. Nach der Verhaftung meines Onkels und der Misshandlung anderer Verwandter nahm sich meine Großmutter das Leben. Bald darauf emigrierte meine ältere Schwester Lotte nach Südafrika, und ich gelangte im Alter von 12 Jahren mit einem ‚Kindertransport’ nach England. Meine Mutter und meine jüngere Schwester Inge blieben zurück. Beide wurden zusammen mit anderen Familienangehörigen 1941 nach Minsk deportiert und dort ermordet.
Diese Ereignisse lassen mich bis heute nicht los.

Auch meine Frau Ursel, die aus Berlin stammt, ist durch einen ‚Kindertransport’ nach England gerettet worden. Ihre Eltern wurden in Theresienstadt und Auschwitz ermordet.
Wir sind uns gleich nach dem Krieg  begegnet und haben unser gemeinsames Leben in Südafrika und in England verbracht. Zu unserer großen Freude haben wir drei Kinder, acht Enkelkinder und einen (bald zwei) Urenkel.

Im April dieses Jahres ist fur mich mit der Legung der Stolpersteine für meine Mutter, meine Schwester Inge und andere nahe Verwandte in Bremen ein Ort des Gedenkens und der Trauer entstanden.
Aus diesem Anlass habe ich mit meiner Frau Ursel und unseren Töchtern Susan und Ingrid, junge Menschen aus Bremen kennen gelernt, die sich in dieser Stadt fur das Gedenken an die Vergangenheit und für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion einsetzen. Die Aufrichtigkeit und das Engagement dieser Mädchen und Jungen hat uns beeindruckt und lässt uns auf eine bessere Zukunft hoffen.“

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