Zehn Jahre „Nacht der Jugend“
Zum zehnten Mal lädt das Bremer Rathaus alle Bremer Jugendlichen zur „Nacht der Jugend“ ein, die sich für eine menschenfreundliche Stadt und Demokratie einsetzen und sich gegen die menschenverachtenden Verbrechen der Nazis stellen.
Unter dem Motto:
„ Unsere Zukunft hat Geschichte“
sind alle Bremerinnen und Bremer aufgerufen, sich der Geschichte und der daraus resultierenden Verantwortung Deutschlands bewusst zu werden und aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, um in Zukunft menschenverachtendes Verhalten zu verhindern.
Die Überlegungen zu diesem Motto sind, dass das Verhalten jedes Menschen von seiner ganz eigenen Geschichte geprägt ist. Unsere Familie, unsere Freunde und auch die Stadt in der wir leben bestimmen unsere Persönlichkeit. Unser Handeln in der Gegenwart wird geprägt von der Geschichte und gestaltet zugleich unsere Zukunft, da unser Handeln stets Auswirkung für künftige Generationen hat. Oft fehlt uns der Weitwinkel eines Geschichtsbuches. Das heißt, wir machen uns nicht bewusst, warum wir etwas tun, und welche Folgen unser Handeln für die Zukunft haben wird.
Die „Nacht der Jugend“ tritt seit zehn Jahren dafür ein, dass sich die Jugendlichen dieser Stadt dieser Verantwortung bewusst werden. Wenn wir uns ein friedliches Miteinander in unserer Stadt wünschen, müssen wir bereits heute dafür eintreten und die Weichen mit unserem Verhalten dafür stellen.
Wirst Du selbst Zeuge einer Tat, bei der ein Menschungerecht, respektlos und menschenverachtend behandelt wird, dann sei aktiv und stelle Dich helfend an seine Seite. Nur Du selbst kannst Deine ganz eigene Geschichte schreiben und damit Deine Zukunft und die der anderen gestalten.
Lass uns gemeinsam für ein friedliches Miteinander einstehen und schreib mit uns Geschichte bei der „Nacht der Jugend 2007“, damit Demokratie, Menschlichkeit und Respekt voreinander in Bremen eine Zukunft haben!
Geschichte, Idee und Konzept der „Nacht der Jugend“
Der Veranstalterkreis
Eine Kooperation von Jugendeinrichtungen, -verbänden, Schulen, öffentlichen und privaten Institutionen und engagierte Einzelpersonen organisiert in Abstimmung mit der Senatskanzlei und unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters die bislang einmal jährlich stattfindende „Nacht der Jugend“. Die Veranstalter sind der Initiativkreis „Nacht der Jugend“ und der BLK Modellversuch „Demokratie leben und lernen“.
In regelmäßigen Treffen das ganze Jahr über wird die Veranstaltung gemeinsam geplant. Die Teilnahme an der Vorbereitung ist allen Jugendlichen offen, die sich für die Ziele einer demokratischen und menschenfreundlichen Gesellschaft einsetzen, unabhängig von Partei- oder Verbandszugehörigkeit, Konfession, Geschlecht, kultureller Abstammung. Diese Offenheit garantiert bereits im Vorfeld die Einbindung und Berücksichtigung verschiedenster Interessensgruppen und Interessenslagen.
Ziel der Nacht der Jugend
Die Nacht der Jugend wurde erstmals 1998 im Bremer Rathaus organisiert. Sie ging aus Überlegungen hervor, wie das traditionelle Erinnern an die so genannte „Reichskristallnacht“ in eine neue Form gebracht werden könnte. Das Erinnern an das Morden sollte verbunden werden mit Engagement für eine menschenfreundliche Gegenwart. Junge und alte Menschen sind eingeladen, im Rathaus, das an diesem Abend mit allen Räumen bis in die Nacht geöffnet ist, sich zu treffen, zu diskutieren, künstlerische Beiträge zu hören, andere Ideen, Anschauungen und Kulturen kennen zu lernen.
Programm
Neben der Diskussionen und Workshops stehen zahlreiche Theater-, Tanz-, Musikgruppen im Mittelpunkt der Nacht der Jugend. Während in der oberen Rathaushalle sowie dem Fest- und Kaminsaal ein reichhaltiges Bühnenprogramm stattfindet, werden sich gleichzeitig verschiedene Fotokünstler und Organisationen auf den Fluren des Bremer Rathauses in Form von Ausstellungen oder Informationsständen präsentieren. Es gibt Gespräche und Anregungen, Essen und Trinken. Große und kleine Künstlerinnen und Künstler sind dabei, Prominente aus Wirtschaft und Wissenschaft, Sport und Politik, Kultur und Religionen.
Die „Nacht der Jugend“ schafft somit für alle Teilnehmenden und Mitwirkenden einen Ort der Begegnung und ein Forum zur aktiven Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und den politischen Fragen und Herausforderungen der Gegenwart.