Ehrengast: Moshe Martin Bialystock

Grußwort von Moshe Martin Bialystock
„Ich möchte mich für die Einladung zur „Nacht der Jugend“ in Bremen herzlichst bedanken.
Meine Kindheit und einen großen Teil meiner Jugend habe ich in Bremen verbracht.
Geboren bin ich 1923 in Hannover. Meine Eltern besaßen in Bremen am Brill ein Haus mit einem gut gehenden Herrenkonfektionsgeschäft. Wir wohnten in der ersten Etage. Ich bin zusammen mit meiner Schwester Miriam, die 1929 geboren wurde, in einer gutbürgerlichen Familie, die ihren jüdischen Glauben pflegte, behütet aufgewachsen. Viele unserer Verwandten lebten ebenfalls in Bremen, meine Großeltern in der Faulenstraße. Seit der Machtergreifung der Nazis war unser Leben von Diskriminierung und Schikane überschattet und es wurde für uns alle immer unerträglicher.
Nach den schrecklichen Ereignissen im November 1938 ist die Familie getrennt illegal nach Holland geflohen, meine Schwester und ich unter schwierigsten Bedingungen. Ich blieb in Holland und wanderte kurz vor dem Einmarsch der Deutschen nach Palästina aus. Meine Eltern und meine Schwester, die sich in Belgien aufhielten, warteten vergeblich auf ein Visum nach Amerika. Sie wurden nach Auschwitz deportiert und ermordet. Diese Ereignisse haben mich mein ganzes Leben lang nicht losgelassen. weiter lesen...
Ehrengast:
Dr. Susan E. Cernyak-Spatz

Profession: Professor of German Emerita, UNC-Charlotte, N.C.
Presently teaching Holocaust History and Literature, UNCC.
Dr. Cernyak-Spatz lived in Berlin from 1929-1936, attending grade school until age 10 and then attending Lyceum (higher education girls’ school).
In 1936 her parents moved to Vienna where the family business had a branch. Hitler’s occupation of Austria in March, 1938 put an end to her existence as a carefree adolescent by forcing her and her family to become refugees in Prague, Czechoslovakia, leaving all their possessions behind in Vienna.
Her father managed to leave Czechoslovakia on August 31, 1939 for Brussels, via Poland where he was able to outrun the German invasion. She and her mother were trapped and eventually, in May, 1942 deported to Theresienstadt. Upon her arrival there, her mother was selected for a further destination “East” which, although she did not know it, meant certain death.
Cernyak-Spatz stayed in Theresienstadt until January, 1943 when she was sent on transport “East” which by that time meant Auschwitz. weiter lesen...